machen wir es kurz

montag, 18.10.2010 , ca. 22:00 uhr

ich habe grad' weder lust darüber zu schreiben, noch darüber nachzudenken, was zwangsläufig beim schreiben passieren würde, aber nach all euren lieben nachfragen und bestärkungen, möchte ich euch wenigstens kurz auf dem laufenden halten.
als aller erstes: ich bedanke mich in höchster form bei euch allen! eure kommentare zu lesen hat mir sehr viel kraft gegeben und mut gemacht.
ich bin noch im krankenhaus, zum glück wieder ein einzelzimmer (1 tag 2er zimmer. ganz furchtbar. erzähle ich euch, wenn mir bald danach ist..), habe mir dort wieder internet eingerichtet und kann deshalb jetzt wieder einige lebendzeichen von mir geben und in austausch mit euch kommen.
mir wurde im krankenhaus recht schnell gesagt, dass es wohl eine ziemlich heftige nierenbeckenentzündung der rechten (logischerweise der nicht embolisierten) niere sei. ich bekam antibiotika verschrieben. das beruhigte mich leicht, da ich zu dem zeitpunkt schlimmeres vermutete. ich fragte, eher so "nebenbei", ob man mal wieder ein mrt machen könnte, zur kontrolle wegen der desmoid-tumore. wurde dann auch gemacht. hatte eigentlich mit der niere nichts zu tun, die untersuchung. als ich nach dem mrt wieder auf dem zimmer war, kam kurze zeit später der stationsarzt mit gesenkter miene. der machte mir durch seine mimik und sein seufzen wirklich angst. irgendwie zu recht, wie ich dann nachher feststellte. meine gesunde (soll ich sagen noch gensunde?) niere wäre gestaut, weil der harnleiter auf einem etwas über 5 cm großen abschnitt verengt ist. es würde ja viel durchgehen, da ich ja oft auf toilette müsste, aber dadurch, dass der harn oberhalb dieses stückes eine zeit lang bleibt, würde es sich dort entzünden. dadurch auch die schmerzen beim klogang (und davor und danach). ich sollte noch ein ct machen. danach stand fest, dass der harnleiter gestaut ist, nur: keiner weiß wieso. es drückt kein tumor darauf und es hat sehr, sehr wahrscheinlich nichts mit meiner krankheit oder/und mit der embolisation zu tun. soll wohl auch bei gesunden menschen vorkommen, dass sich der harnleiter einfach mal völlig random verengt. das ich da gleich "hier, hier!" schreie, ist ja klar. der stationsarzt wartet nun auf den rückruf der urologen. es wird wohl ein "doppel-j-katheter" eingesetzt werden. das hatte ich früher, bevor es zum loch und dann zum riss kam, auch in der linken niere. das ist ein schlauch, der, innerlich, von der niere durch den harnleiter in die blase geführt wird, um alles offen zu halten. klar, an sich ist so ein katheter überhaupt nicht so schlimm.
aber 1. wieder ein fremdkörper, der blasenentzündungen begünstigt.
2. ich habe angst, dass der katheter irgendwie meinen harnleiter verletzt und er dann kaputt geht.
3. wenn so etwas, wie punkt 2 passieren sollte oder wenn das mit dem katheter irgendwie nicht klappt/hält, dann bleibt nur wieder eine pcn. die hätte ich dann mit einem riesenaufwand und einer toten niere einfach nur von links nach rechts verschoben.
4. sollte meiner rechte niere irgendwas passieren, bleibt nur noch die dialyse. na ja, und eine nierentransplantation kommt im prinzip nicht in frage, denn das wird eine riesen operation.
ihr könnt sehen, wenn man nur einen winzigen schritt weiterdenkt, passieren schlimme dinge!
darum habe ich auch so angst. mit dem katheter an sich könnte ich leben (obwohl ich von blasenentzündungen wirklich die nase voll habe und mein körper von antibiotika auch), aber eben nicht mit den punkten 2-4. ich habe wirklich so richtig, richtig angst! ist eine sache mal "vorbei" bei mir, kommt prompt etwas neues. wieso bloß? ich kann das nicht verstehen und so langsam halte ich es mit meiner angst auch nicht mehr aus.
na ja, ihr merkt vielleicht (ich auf jeden fall), dass mich die angst grad' wieder umhüllt und mich gleich fest im griff hat, darum sollte ich jetzt aufhören, wie ich ja am anfang schon geschrieben habe.
details, die eventuell noch interessant sein könnten, reiche ich den nächsten tagen nach. ihr wisst jetzt erstmal was so los ist und könnt euch ein bild machen. schöne scheiße, was?

ende: 23:00 uhr

Kommentare:

Leo hat gesagt…

Das klingt ja nun nicht besonders gut.

Ich möchte aber an dieser Stelle nicht demotivierend für dich sein und wünsche dir für die nächste Zeit viel Kraft, damit alles wieder ein bischen besser wird.

Ich kann mir ehrlichgesagt gar nicht vorstellen, wie sich das anfühlt, aber trotzdem kann man dir für die nächste Zeit nur das Beste wünschen.

Liebe Grüße von mir!

Antonia hat gesagt…

Ich wünsche dir viel, viel Kraft.

Christa hat gesagt…

*umarm*
Worte fehlen mir. Ich denke an dich. Morgen ist wieder Semestereröffnungsgottesdienst. Wenn "mein" Chor auftritt, werde ich die Lieder für dich singen.